41
Dokumentarfilm · 2026

Markgrafenstr. 41 Das Feuer, das noch brennt

Über Leid. Über Trauer. Über die Unmöglichkeit des Vergessens. Und über den Willen, trotzdem in Würde zu leben – ohne Vorurteile und Hass

FormatDokumentarfilm
Längeca. 50 Minuten
OrtKarlsruhe
StatusIn Entwicklung
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Drei Tote und kein Täter.
30 Jahre lautes Schweigen.

In der Nacht des 16. Oktober 1996 wurde in einem Hinterhaus der Markgrafenstraße 41 in Karlsruhe ein Feuer gelegt. Dabei kamen Fethiye und Alahattin Yilmaz sowie Hüseyin Evcim ums Leben. Der Brandanschlag wurde bis heute nicht aufgeklärt.

Dreißig Jahre später fragt dieser Dokumentarfilm nach: Wie lebt es sich mit dem Trauma eines Brandanschlags für den es bis heute keine Gerechtigkeit gibt? Wie wird der Schmerz weitergegeben — von Eltern auf Kinder, von einer Generation auf die nächste?

Im Zentrum stehen fünf Frauen und zwei Männer — Damla, Elvin, Fatma, Selma, Aynur, Kenan und Ergün — deren Existenz von den Ereignissen jener Nacht gezeichnet ist und die trotzdem fest entschlossen sind, ein Leben in Würde und ohne Hass zu führen - hier in Deutschland.

Ereignis
Brandanschlag · 16. Oktober 1996
Ort
Markgrafenstraße 41
Karlsruhe, Deutschland
Opfer
3 Tote
Fethiye Yilmaz · Alahittin Yilmaz · Hüseyin Evcim
Aufklärung
Keine. Der Fall ist bis heute ungelöst.
Thema
Vererbter Schmerz, verdrängter Rassismus und der Wille einer Familie, in Würde zu leben – ohne Hass."
Zeitraum
1996 bis 2026 — 30 Jahre

Markgrafenstr. 41
— Der Trailer

Ein Anschlag. Drei Tote. Kein Täter.
Dreißig Jahre Stille — und eine Familie, die nicht vergessen kann.

Trailer · 2026
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Regie Walter L. Brähler Produktion bockstal.de · Karlsruhe Ereignis 16. Oktober 1996 Status Premiere Oktober 2026

Protagonist*innen
& Nachkommen

Portrait von Damla
Enkelin/Tochter von Aynur und Ergün
Damla

... wollte in jener Nacht unbedingt bei den Großeltern schlafen, durfte aber nicht. Sie hat schon als kleines Kind erfahren, was Verlust bedeutet. Sie ist ihren Eltern dankbar, dass sie sie nicht mit rassistischen Gedanken erzogen haben.

zweite generation
Portrait von Elvin
Enkelin/Tochter von Aynur und Ergün
Elvin

... war als kleines Kind viel bei den Großeltern und hat sie als sehr warmherzig erlebt. Für sie ist die Erinnerung an sie sehr positiv besetzt - trotz allem. Inzwischen hat sie selbst Kinder und versucht, nichts vom Trauma des Anschlags an sie weiterzugeben

zweite generation
Portrait von Selma
Schwiegertochter
Selma

... hat mehrere Jahre in der Markgrafenstr. 41 gelebt - zusammen mit den Schwiegereltern. Es habe damals nie Reibereien gegeben und sie war sehr glücklich. Seit 1996 ist sie sehr darauf bedacht, die Familie zusammenzuhalten. Sie sorgt dafür dass der Anschlag nicht alles beherrscht.

Erste generation
Portrait von Aynur
Schwiegertochter
Aynur

... als Schwiegertochter habe sie die Eltern ihres Mannes erst in Deutschland richtig kennengelernt und lieben gelernt. Noch in der Brandnacht war der Schwiegervater bei ihnen gewesen. Von ihrem Schmerz spricht sie eher nicht, aber von schlaflosen Nächten und von der Angst um die Kinder.

Erste Generation
Portrait von Fatma
Tochter
Fatma

... als Tochter von Fethiye und Alahittin Yilmaz ist sie davon überzeugt, dass es auf jeden Fall ein rassistisch motivierter Anschlag war - in einer Zeit mit vielen Anschlägen in Deutschland gegen Türkinnen und Türken.

Erste Generation
Portrait von Kenan
Jüngster Sohn
Kenan

... als jüngster Sohn von Fethiye und Alahittin Yilmaz war er nach dem Anschlag 16 Jahre lang voller Trauer und Schwermut — bis seine Tochter zur Welt kam. Aber auch danach ging es für ihn nur noch bergab - zumindest gefühlt. Er kann einfach nicht darüber hinwegkommen

Erste Generation
Portrait von Ergün
Ältester Sohn
Ergün

... als ältester Sohn erinnert er sich besonders an die Gespräche mit dem Vater. Dem sei es sehr wichtig gewesen, dass die Kinder anständig leben und in der deutschen Gesellschaft nichts falsch machen. Nach dem Anschlag habe er sechs Monate lang Medikamente nehmen müssen. Vergessen könne er den Vater nicht.

erste Generation

Stellungnahmen
& Zeitzeugen

Portrait von Frank Mentrup
Dr.Frank
Mentrup

...erwartete eine amtliche Pflicht bei der Einweihung der Stele. Dann standen die Nachkommen der Opfer vor ihm, und plötzlich ergriff ihn die tiefe Trauer einer ganzen Familie - über Generationen hinweg. Es hat mich sehr berührt, sagt er.

OB Stadt Karlsruhe
Portrait von Mahmut Niyazi Sezgin
Mahmut Niyazi
Sezgin

... trat vor 3 Jahren sein Amt als türkischer Generalkosul für Baden an und stieß schnell auf eine Tat, von der niemand mehr sprach. Kein Denkmal, keine Gedenkfeier – als wäre nie etwas geschehen. Was eine ganze Stadt vergessen hatte, fand er wieder.

General Konsul
Portrait von Darius Muschiol
Dr.Darius
Muschiol

... sammelt und dokumentiert - aus beruflicher und persönlicher Überzeugung - was in den Regalen der DokRex des Landesarchivs lagert. Genau das, was eine Gesellschaft am liebsten verdrängt. Ohne Erinnerung, sagt er, vergisst eine Demokratie, wie verletzlich sie ist.

DokRex Archiv
Portrait von Stefan Rein
Stefan
Rein

... vermutete 1996 sofort einen rechtsradikalen Anschlag - nach den Ereignissen von Mölln und Solingen. Er kritisiert die Einseitigkeit der Polizei, die ganz schnell bekannt gab, dass "keine Hinweise auf Fremdeinwirkung" vorlägen - als kaum ermittelt worden war.

Damals Querfunk
Portrait von Michael Nückel
Michael
Nückel

... sieht es kritisch, dass es 1999 nur eine kleine Notiz gab, als das Verfahren ungeklärt eingestellt wurde. Man hätte damals größer darauf eingehen müssen, verbunden mit der Frage, ob nicht doch noch weitere Ermittlungen möglich sind.

Journalist Damals BNN

Ich wollte an diesem Tag unbedingt bei meinen Großeltern übernachten. Aber meine Mama hat darauf bestanden, dass ich nicht dort schlafe - wegen der Schule.

Damla Yilmaz — Enkelin der Opfer

Im einstigen Hinterhaus der Markgrafenstraße 41 starben bei einem Brandanschlag in der Nacht des 16. Oktober 1996 gegen 4:00 Uhr das Ehepaar Fethiye und Alahittin Yilmaz und Hüseyin Evcim.

Das Verbrechen wurde nie aufgeklärt.

Die Toten bleiben unvergessen.

Fethiye Yilmaz
Alahittin Yilmaz
Hüseyin Evcim
Gedenkstele

Karlsruhe im Januar 2026

Datum des Anschlags
16. Oktober 1996 · 4:00 Uhr morgens
Ermittlungsergebnis
Ungeklärt. Kein Täter wurde je ermittelt.
Gedenkstele
Januar 2026 — 29 Jahre nach dem Anschlag
Dokumentarfilm
Dezember 2026 - 30 Jahre danach

Chronologie der Anschläge

Tödliche Brandanschläge
auf türkische Menschen — 1990 bis 1999

Der Anschlag in der Markgrafenstraße 41 war kein Einzelfall. Eine Chronologie der tödlichen Brandanschläge auf türkische Menschen in Deutschland — von Mölln über Solingen bis Karlsruhe.

Zur Chronologie →

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Bildnachweis: © bockstal.de / Walter L. Brähler · Rückfragen an walter.braehler@bockstal.de

Walter L. Brähler

Walter L. Brähler

bockstal.de · Medien, die bewegen · Karlsruhe

Langjähriger TV-Journalist für ARD, ARTE, SWR und die Deutsche Welle. Korrespondent in Mexiko, Lateinamerika und häufig in Nahost tätig. Produziert Dokumentarfilme, Imagefilme und journalistischen Content mit einem Grundsatz: Nur ehrliche Medien wirken nachhaltig.

"Markgrafenstraße 41" ist ein persönliches Projekt — entstanden aus der Überzeugung, dass bewahrte Erinnerung eine Form von Gerechtigkeit ist, wenn schon die juristische ausbleibt.

ARD ARTE SWR Deutsche Welle bockstal.de

Premiere: 16.Oktober 2026
30 Jahre nach dem Anschlag.

Ort: Generallandesarchiv mit DokRex

Nördl. Hildapromenade 3 in 76133 Karlsruhe

Zeit: 18 Uhr

Zur Anmeldung →

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